Viel hat sich in den letzten Wochen beim Start-up eMio getan: Nachdem Anfang des Jahres die ersten Elektroroller bestellt und ausgestattet wurden, startete am 31. März die Testphase des ersten deutschen Elektroroller-Sharings in Berlin. Mit ihrer Geschäftsidee gewannen Alexander Meiritz, Hauke Feldvoss und Valerian Seither im Oktober 2014 den Climate-KIC Open Innovation Slam. Dies bestätigte das junge Gründerteam nicht nur, sondern sicherte ihm auch einen Platz im Climate-KIC Accelerator, unserem Cleantech-Start-up-Förderprogramm. Innerhalb eines halben Jahres hat es eMio nun von der Idee zur Umsetzung geschafft. Wie konnte das so schnell gehen und was hat entscheidend dazu beigetragen? Das habe ich die Gründer von eMio einmal persönlich gefragt.

Am 31. März habt ihr den Startschuss zum ersten Elektroroller Sharing Deutschlands gegeben. Wie zufrieden seid ihr mit der Testphase?

Die Reaktionen auf unsere Testphase sind überwältigend. Wir hatten deutlich mehr Anmeldungen in den ersten Wochen als erwartet. Natürlich läuft nicht immer alles rund, aber das ist für eine Testphase wohl normal. Jetzt wird das Wetter auch noch besser, das gibt direkt unseren Anmietzahlen einen Schub.

Wie seid ihr eigentlich auf die Geschäftsidee von eMio gekommen?

eMio TeamFür uns ist Elektroroller-Sharing die logische Weiterentwicklung der bekannten Angebote wie Carsharing und Bikesharing. Wir kamen bei einem Gespräch über Roller zu der Erkenntnis, dass alle von uns zwar hin und wieder gerne einen Roller nutzen würden, die Anschaffung sich aber dennoch nicht lohnt. Bei der weiteren Recherche wurde dann schnell klar: Wenn wir eine Flotte Roller auf die Straße stellen wollen, dann müssen es auch direkt Elektroroller sein. Die konventionellen Verbrenner stellen eine zu große Umweltbelastung dar. Um zukunftsfähig zu sein, müssen wir direkt auf die neuste Technologie setzen.

Wie weit wart ihr mit eurer Geschäftsidee als ihr im Oktober in den Climate-KIC Accelerator aufgenommen wurdet?

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir über Excel-Tabellen im Groben den Business Case validiert. Außerdem hatten wir uns einen Elektroroller zugelegt und die Reaktionen von potentiellen Kunden abgefragt, um so in einem ersten Schritt die Marktakzeptanz zu überprüfen. Auch mit potentiellen Partnern hatten wir erste Gespräche geführt, richtig konkret war da aber noch nichts.

Wie habt ihr es geschafft, innerhalb von knapp sechs Monaten eure Idee umzusetzen und damit an den Markt zu gehen?

Diese schnelle Entwicklung ist nur möglich, weil wir bei uns konsequent das Gründen in Komponenten verfolgen. Wir greifen bei der Software und Hardware auf bestehende und bewährte Lösungen zurück, lediglich die Kombination dieser Module erfolgt zum ersten Mal. So können wir uns verstärkt auf die konzeptionelle Arbeit hinter unserem Geschäftsmodell konzentrieren. Essentieller Baustein war dabei auch die professionelle Unterstützung von Climate-KIC. Das weitreichende Netzwerk des Accelerators hat uns bei vielen Problemen geholfen. Ein wertvoller Kontakt kann einem die Arbeit von Wochen ersparen. Genau solche Kontakte hat Climate-KIC. Außerdem werden wir durch ein Coaching unterstützt, das uns immer wieder hilft zu fokussieren.

Seit dem 1. April seid ihr in der 2. Förderstufe des Climate-KIC Accelerators. Welche Pläne habt ihr für das nächste halbe Jahr?

Das nächste halbe Jahr wird nochmal richtig spannend. Wir verhandeln gerade mit unseren Investoren, wie unser Markteintritt im Juni exakt ablaufen soll. Wir wollen gleich zu Beginn eine möglichst große Flotte anbieten, das ist ambitioniert, aber wichtig.

Danke eMio, für das aufschlussreiche Interview!