Ende September wurde auf dem UN-Gipfel in New York die „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Sie wird ab 2016 die Millenniumsentwicklungsziele, die sich die Weltgemeinschaft Anfang des Jahrtausends gesetzt hat, ablösen. Im Kern der 2030-Agenda stehen 17 Entwicklungsziele für eine lebenswerte Zukunft in allen Ländern der Welt. Dabei geht es um Armutsbekämpfung, Bildung, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Gesundheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Das Besondere an der 2030-Agenda ist, dass sie vom Geist einer neuen globalen Partnerschaft getragen wird – eine Einteilung in „Geber“ und „Nehmer“ oder in „erste“, „zweite“ und „dritte Welt“ wird abgelöst vom Gedanken der gemeinsamen Verantwortung für Menschen und Planeten.

Wie die weltweiten Entwicklungsziele erreicht werden können

Die neuen Entwicklungsziele, die mit breiter Beteiligung der weltweiten Zivilgesellschaft entwickelt wurden, sind äußerst begrüßenswert. Die größte Herausforderung besteht jedoch nun darin, sie tatsächlich weltweit umzusetzen. Dies ist wahrlich ein Mammutprojekt mit vielen Konflikten und Unwägbarkeiten. Zielführend kann hier nur sein, im Kleinen anzufangen und regionale oder nationale Erfolge auf andere Länder zu übertragen. Hier ist nicht nur die Politik sondern sind auch Wirtschaft und Gesellschaft gefragt, Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen.

Als größte europäische Initiative zur Förderung von Klima-Innovationen trägt Climate-KIC bereits einen Teil dazu bei. Insbesondere zu den Entwicklungszielen Nr.6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung, Nr.7: Bezahlbare und saubere Energie, Nr.9: Industrie, Innovation und Infrastruktur, Nr.11: Nachhaltige Städte und Siedlungen, Nr.12: Nachhalitger Konsum und nachhaltige Produktion und Nr.13: Climate Action arbeiten unsere Partner, Start-ups und Nachwuchsinnovatoren bereits an vielversprechenden Lösungen. Hier einige Beispiele:

Bezahlbare und saubere Energie

Kleinstwasserkraftwerk von Climate-KIC Start-up mobile hydro

Kleinstwasserkraftwerk von mobile hydro

Climate-KIC Alumni Start-up mobile hydro arbeitet an einem schwimmenden Kleinstwasserkraftwerk, das durch Nutzung von Flussströmungen auf einfachste Weise Strom erzeugt. Weltweit leben etwa 600 Millionen Menschen in Gebieten ohne Zugang zu zuverlässiger Energieversorgung und zugleich weniger als 2 km von einem Fließgewässer entfernt. Für Kleinbetriebe und Kommunen, aber auch Haushalte und deren Beleuchtung, Versorgung von kleineren Verbrauchern, wie Kühlschränken und Wasserpumpen oder das Laden von Mobiltelefonen besteht weltweit ein sehr konkreter Energiebedarf, den mobile hydro mit einer günstigen und nachhaltigen Lösung decken kann.

Nachhaltige Städte und Siedlungen

BGD-Projekt: Die "Blue Green Wave" in Paris

BGD-Projekt: Die „Blue Green Wave“ in Paris

Das von Climate-KIC geförderte Blue Green Dream (BGD) Projekt nutzt die Eigenschaften von Wasser und Pflanzen, um Städte gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu rüsten. Die in dem Projekt erarbeiteten Lösungen verbinden städtische Wassersysteme mit grüner Infrastruktur, um Städte gesünder, grüner und lebenswerter zu gestalten. Konkrete Vorteile liegen in der Reduktion von Hitzeinseln, Verminderung der Luft-, Lärm- und Wasserverschmutzung, Speicherung von CO2, thermischen Isolation von Gebäuden, Bereitstellung von Lebensmitteln und Biodiversität, Verbesserung von menschlicher Gesundheit und Wohlbefinden und im Schutz gegen extreme Wetterereignisse.

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion

Flagship Programm enCO2re entwickelt Kunststoffe aus CO2

Flagship Programm enCO2re entwickelt Kunststoffe aus CO2

An einer Lösung für verantwortungsbewussten Konsum arbeitet das Climate-KIC Greenhouse Team Ufill. Ihre Idee: Ein Getränkeautomat, an dem man Soda-Getränke in nachfüllbaren Flaschen erhält. Da die Getränke auf Sirup und Leitungswasser basieren und nur wiederverwendbare Flaschen befüllt werden, werden Plastikmüll und Transportemissionen reduziert.

Der nachhaltigen Produktion widmet sich das Climate-KIC Flagship Programm enCO2re. Das Programm entwickelt Materialien und Produkte, die CO2 als Rohstoff nutzen. In vielen Kunststoffen, Treibstoffen und weiteren Produkten steckt Kohlenstoff. Dieses soll künftig nicht mehr aus Erdöl gewonnen werden, sondern aus CO2, das der Luft entzogen bzw. bei Verbrennungsprozessen abgefangen wird.

Wandel braucht Leute und Initiativen, die als leuchtende Beispiele voran gehen

Skalierbare Innovationen für Klima und Umweltschutz, wie die von Climate-KIC geförderten Projekte, sind notwendig für den Erfolg der 2030-Agenda. Doch nicht nur zu Nachhaltigkeit und Klima bedarf es innovativer Lösungen, auch zu den anderen Themenfeldern braucht es Innovatoren, Ideengeber und Macher – Leute und Initiativen, die als leuchtendes Beispiel voran gehen und zeigen, was praktisch möglich ist. Nur so ist Wandel möglich.