Es ist geschafft – 196 Staaten haben sich am Wochenende auf einen neuen Klimavertrag geeinigt. Was heißt das jetzt?

1. Worum geht’s?

Es geht um den Beginn einer CO2-armen, vielleicht sogar CO2-freien Gesellschaft, vor allem der Wirtschaft. Klar, es geht um Kompromisse und der Königsweg ist noch nicht gefunden. Aber: Es ist ein wichtiger Startpunkt, ein nötiger Startpunkt, ohne den die Erderwärmung nicht eingedämmt werden würde. Zum ersten Mal haben sich fast alle Länder der Welt zum Klimaschutz bekannt und dazu, die fossile Ära zu beenden und die Welt mit sauberen Technologien lebenswert zu erhalten.

Hier kann man noch einmal nachlesen, was beschlossen wurde: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uno-klimagipfel-in-paris-der-vertrag-zum-klimaschutz-im-ueberblick-a-1067591.html

2. Was tut der Vertrag?

Der Klimavertrag sendet langfristige Signale an die Wirtschaft – und tut damit das, was sie immer einfordert, um Planungssicherheit zu haben. Jetzt ist es an Wirtschaft und Gesellschaft, in die Zukunft zu investieren. Das Ziel „well below“ 2 Grad – ist eine klare Marschrute. Jetzt sind alle gefragt, die richtigen Vehikel zu finden, wie man diese Marschrute am besten beschreitet.

Passend dazu die Innovationsstudie des Climate-KIC.

3. Wer bezahlt’s?

Die reichen Staaten verpflichten sich, 100 Milliarden Dollar pro Jahr dafür bereit zu stellen, die Wirtschaft von Entwicklungsländern weg von fossilen Energieträgern hin zu Erneuerbaren und zur Energieeffizienz zu ermöglichen.

4. Ist das alles verbindlich?

Es gibt keine rechtlich verbindlichen Reduktionsziele im Vetrag, aber: Alle 5 Jahre werden die Ziele und die Performance gecheckt. Da wird sich herausstellen, wer es ernst meint – „name and shame“ die Underperformer, wie es im Englischen so schön heißt. Die Regierungen werden nun hoffentlich noch genauer auf die Wirtschaft, Regionen und Städte gucken, damit diese sich daran beteiligen, die nationalen Reduktionsziele zu erreichen.

5. Wann wird man was sehen?

Weil das Signal an die Wirtschaft so klar ist, vielleicht sogar ganz schnell. Das hängt aber davon ab, wann die Staaten anfangen, das Paris-Abkommen in konkrete Actions umzusetzen. Sie sind – so sagt es der Vertrag – „invited“, sofort anzufangen und ihr Ziele schon 2018 zu benennen. Die CO2-Emissionen sollen so schnell wie möglich nicht mehr steigen, sondern sinken, damit wir ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts in einer Null-CO2-Gesellschaft leben können.

6. Was taugt der 5-Jahres-Check?

Selbst wenn alle Reduktionsversprechen im Vorfeld von Paris eingehalten würden: Es reicht nicht. Wir kämen nämlich bei ungefähr 3 Grad Erwärmung heraus. Deswegen brauchen wir den 5-Jahres-Check, der aufzeigt, dass noch einschneidendere Reduktionswege beschritten werden müssen.

Hier kann man mal ausprobieren, welche Reduktionsziele zu welchen Temperaturen führen:
http://ig.ft.com/sites/climate-change-calculator/

7. Was heißt das jetzt alles?

Wir haben eine Menge zu tun, und zwar alle. Wer jetzt noch mit einem Finger auf andere zeigt, sollte sich sehr bewusst sein, dass dabei drei auf ihn selber zeigen. Den Klimawandel zu stoppen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, keine einzelne Aktion wird den Systemwechsel bringen, den wir brauchen. Wie wir leben, wie wir konsumieren, wie wir wirtschaften – das werden wir in Zukunft andere Wege beschreiten. Jetzt haben wir dafür eine klare Road Map.

8. Wie geht’s weiter?

Im November 2016 trifft sich die Welt in Marrakesch für die nächste Klimakonferenz. Dort wird im Fokus stehen, wie man Innovationen auf die Straße bringt und so verfügbar macht, dass die Staaten ihre Ziele erfüllen können. Dass das geht, zeigen wir mit Climate-KIC seit 2010. Wir haben uns schon längst auf den Weg gemacht, Klima-Innovationen zu fördern und zu skalieren. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen – zusammen geht es nämlich immer besser als alleine.