Vom 7. bis 18. November ist es wieder soweit: Die Welt trifft sich zum Klimagipfel – dieses Jahr in Marrakesch. Was sind die nächsten Schritte, nach dem das Weltklima-Abkommen bereits von vielen Ländern ratifiziert worden ist? Welchen Einfluss hat es konkret für uns in Deutschland? Brauchen wir Klimakonferenzen überhaupt, um lokal, regional bzw. national aktiven Klimaschutz voranzutreiben?

Der Klimawandel ist ein wirklich drängendes globales Problem und ein weltweites Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasen ein wichtiges politisches Signal. Doch was passiert eigentlich unmittelbar in Wirtschaft und Gesellschaft, während Politiker auf der großen Bühne über CO2-Einsparziele diskutieren? Als EU-Innovationsinitiative für klimafreundliche Technologien haben wir hier einen guten Einblick.

Einblick in unternehmerischen Klimaschutz

Allein die vielen durch Climate-KIC geförderten unternehmerischen Lösungen treiben den Klimaschutz immer dann breitenwirksam voran, wenn es sich auch geschäftlich lohnt. Aus der Gesellschaft heraus entstehen täglich zukunftsweisende Ideen und Geschäftsmodelle, von denen wir viele begleiten – Studierende, Gründer und Profis aus Industrie und Wissenschaft arbeiten bereits hart am Wandel.

Durch eine Vielzahl an Akteuren entsteht peu a peu eine Green Economy. Klimafreundliche Innovation und Gründung passiert vor allem bottom-up durch erfinderische Köpfe, nicht top-down. Nicht allein CO2-Reduktionsziele sind der Treiber, sondern vor allem auch die Wirtschaftlichkeit von sauberen, grünen und nachhaltigen Geschäftsmodellen. Energieeffizienz rechnet sich. Erneuerbare Energien werden immer günstiger und sind bald unschlagbar. Die steigenden gesellschaftlichen Folgekosten von Luft- und Umweltverschmutzung, exzessivem Ressourcenverbrauch und Naturkatastrophen machen grüne Technologien immer notwendiger. Oft bedeutet Cleantech auch eine größere Unabhängigkeit der Unternehmen und lokale Wertschöpfung. Gleichermaßen mischen weltweit immer mehr große Firmen mit, die in Cleantech einen großen Zukunftsmarkt erkennen. Der Hauptmotor ist inzwischen klar von ökonomischem Interesse getrieben.

Braucht es da die Klimapolitik überhaupt noch?

Am Beispiel der Elektromobilität lässt sich schnell erkennen: Ja, die politischen Rahmenbedingungen spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Technologie für Elektromobilität gibt es schon seit Jahrzehnten. Doch nach wie vor kommt die Wende im Verkehrssektor nicht so recht in Schwung. Kein Wunder, wenn die Autoindustrie mit Verbrennungsmotoren nach wie vor am meisten Geld verdient. In diesem Fall ist ein politischer Rahmen, der Anreize für eine klimaschonende Mobilität liefert, Forschung und Entwicklung fördert und den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreibt, wichtig. Noch besser wäre es, wenn externe Folgekosten, wie durch eine globale CO2-Steuer, durch Verursacher internalisiert werden. Innovative klimafreundliche Ideen wie die Elektromobilität gibt es viele, doch es braucht auch den richtigen Rahmen, damit sie richtig durchstarten können.

Hierfür spielt der Weltklimagipfel eine entscheidende Rolle, denn Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes müssen sich zwangsläufig in nationalen Vorgaben, Gesetzen und Programmen wiederspiegeln, die den Klimaschutz zum Ziel haben. Auch wenn dazu auf Bundesebene aktuell noch große Uneinigkeit herrscht, ist die Richtung klar: Wir erhoffen uns vom Klimagipfel in Marrakesch verbindliche Impulse, die hoffentlich bald auch in Deutschland zu politischer Klarheit, ambitionierten Klimazielen und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen führen. Wir brauchen einen fairen Wettbewerb in dem zukunftsweisende Lösungen gewinnen.