Stell dich und dein Unternehmen kurz vor: Wer seid ihr und wofür steht ihr?

Nora Grazzini, Founder und CEO Radbonus

Nora Grazzini

Ich heiße Nora Grazzini, komme aus Köln und bin ausgebildete Designerin, Geschäftsführerin sowie leidenschaftliche Mountainbikerin.
Mitte 2015 habe ich Radbonus gegründet, ein Belohnungsprogramm fürs Radfahren, das als App für Android und iOS angeboten wird. Darin veranstalten wir Radfahr-Challenges für die es Boni regnet, zum Bespiel von Arbeitgebern, Städten und Krankenversicherungen. Außerdem gibt es Rabatte bei Bike-Shops.

Was hat dich inspiriert, Radbonus zu gründen?

Nachdem ich nach meinem Design Studium 10 Jahre in verschiedenen Agenturen in der Kreation mit Schwerpunkt auf User Experience und Interface gearbeitet habe, hat mich mein Interesse an neuen Produkten und Innovationen in die Gründerszene gezogen.

Als leidenschaftliche Radfahrerin hat es mich geärgert, dass der Autoverkehr so viel “unterstützt” wird, obwohl er letztendlich den schlechtesten Impact auf unsere Gesellschaft hat. Als Gegengewicht dazu habe ich Radbonus gegründet, damit auch Radfahrer honoriert und motiviert werden.
Das Radfahren hat mir sowohl beruflich als auch privat sehr viel gebracht. Ich habe dadurch gelernt, Herausforderungen, die schwierig erscheinen, anzugehen und zu meistern. Mit meiner Idee zu Radbonus wollte ich genau dieses Freiheitsgefühl weitergeben und die Menschen um mich herum dazu motivieren, aus ihrer Komfortzone herauszutreten und sich mehr Dinge zuzutrauen.

Wie bist du an diese Aufgabe herangegangen, was waren deine ersten Schritte?

Ich war schon ein halbes Jahr in der Szene unterwegs und habe so viel Wissen in allen wichtigen Bereichen angesammelt wir nur möglich. Typische Aspekte wie die Umsetzbarkeit und Nachfrage meiner Geschäftsidee wurden dann einmal gründlich analysiert. Nachdem ich mich dann entgültig dazu entschieden hatte das “Ding” ins Laufen zu bringen, kamen unzählige und super spannende Aufgaben schlicht und ergreifend auf mich zugeflogen, die bei einer Gründung unvermeidbar sind und auf die man sich auch nicht immer genau vorbereiten kann.

Worin lagen für dich bisher die größten Herausforderungen in der Gründung eines Startups?

Im Juli 2015 haben wir erstmal nur mit möglichen Partnern und Nutzern gesprochen. Wir wollten wirklich verstehen, wo die Pain Points von allen Parteien liegen und die Möglichkeiten erkunden, die in unserem Geschäftsmodell liegen. In dieser Phase haben wir sehr viel Rückenwind bekommen. Die vielen Voranmeldungen der Nutzer haben uns gezeigt, dass wir auf dieser Seite in offene Türen rennen. Viele Mentoren und Business-Experten haben der Idee ein riesiges Potenzial zugesprochen und die anvisierten Partner haben sofort Interesse bekundet. Das alles hat unseren Glauben an den Radbonus vollends gefestigt. Als uns klar wurde, dass Krankenkassen und Arbeitgeber allerdings ein fertiges Produkt sehen wollen, bevor sie wirklich mit uns verhandeln, haben wir uns entschieden aus eigenen Mitteln die erste Version der App umzusetzen.

Der Launch war dann ziemlich aufregend und die eine oder andere Fehler-Meldung hat uns ganz schön ins Schwitzen gebracht. Aber mit der Zeit haben wir gelernt damit umzugehen und die Rückmeldung als wertvolles Feedback zu verstehen. Mittlerweile macht es unglaublichen Spaß mit der Community zu interagieren.

Worin siehst du die Stärken der App?

Datenschutz hat einen sehr hohen Stellenwert bei uns, besonders weil wir mit Gesundheitspartnern zusammenarbeiten. Eine Stärke ist also, dass die App komplett anonymisiert ist und wir darüber hinaus auch keine Geo-Daten speichern. Der Nutzer muss sich nicht registrieren, sondern bekommt eine anonyme Radbonus-Identifikationsnummer zugewiesen. Die wertvolle Einheit sind am Ende des Tage snur die Höhe der gefahrenen Kilometer.

Was kannst du anderen Startups empfehlen? Und warum?

Man sollte sich selbst gut kennen und im Vorherein unbeschwerte Tests durchführen um sich klar zu werden, auf was man sich da eigentlich einlässt. Vorstellung und Realität klaffen manchmal weit auseinander. Als Vorbereitung empfiehlt sich auf Events zu gehen und Leute auf dem Umfeld kennenzulernen. Man sollte nie seine Leidenschaft und den Grund für die Geschäftsentstehung aus den Augen verlieren. Als Startup muss man zudem schnell lernen, dass nicht immer alles komplett perfekt läuft. Prozesse müssen sich erst entwickeln und Fehler gefunden und behoben werden. Das braucht seine Zeit. Man sollte sich daher nie aus der Ruhe bringen lassen, auch wenn es mal nicht so läuft wie man es sich vorstellt.

Wenn ich auf meinen Weg zurückblicke kann ich klar sagen, dass es die beste Entscheidung meines Berufslebens war. Unabhägig davon, ob Radbonus zum Unicorn wird, geniesse ich jeden Tag und bin dankbar dafür, das alles erleben zu dürfen.

Und zu guter Letzt: Wo geht es für euch hin, wo siehst du Radbonus in 5 Jahren?

Wir verfolgen eine Mission, die wir wirklich groß sehen wollen. 2020 sollen 1 Million Nutzer mit dem Radbonus km sammeln. Damit können wir insgesamt den Radverkehr in Deutschland um einige Prozente steigern. Und natürlich floriert dabei unser Business.