Viele Jahre lang wurde die Energieeffizienz stiefmütterlich behandelt. Energieeffizienz ist ja schon ein Wort, das sperrig klingt. Da schwingt gleich das Wort Verzicht mit, und das motiviert nicht unbedingt.

Fakt ist aber auch: Ohne Energieeffizienz gibt es weder Energiewende noch Klimaschutz. Das hat auch die Politik erkannt und bezeichnet die Energieeffizienz mittlerweile – vollkommen zu Recht – als zweite Säule der Energiewende. Laut Bundesregierung können die Treibhausgas-Emissionen durch mehr Energieeffizienz bis 2020 um bis zu 130 Millionen Tonnen gesenkt werden. Mehr als die Hälfte davon (etwa 70 Millionen Tonnen) entfällt auf Stromsparmöglichkeiten von etwa 110 Terrawattstunden.

Aus diesem Grund wurden auch ehrgeizige Effizienzziele vereinbart: Dass der Primärenergieverbrauch bis 2050 um 50 Prozent gesenkt werden soll, ist so ein Ziel. Bis 2050 soll außerdem ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden.

Selbst an Lösungen arbeiten

Verwirklicht werden können diese Ziele nur, wenn die Industrie mitspielt, ihren Energieverbrauch und ihre Produktionsprozesse wesentlich effizienter gestaltet. Aber es braucht eben auch den Beitrag jedes einzelnen. Vom Licht anschalten nach dem Aufstehen, dem Milchholen aus dem Kühlschrank, dem Weg zur Arbeit, dem Arbeiten am PC, dem Fernsehen am Abend bis hin zur Dusche vor dem zu Bett gehen – in unserem Alltag gibt es viele Gelegenheiten für energiesparendes Verhalten. Es sind Kleinigkeiten, Verzicht wird hier von niemandem verlangt. Nur: Wie lässt sich die breite Masse für das Thema motivieren?

Eigentlich nur, wenn sie selbst mitgestalten darf.

Aus diesem Grund veranstaltet die DENEFF (Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz)  am 6. März Europas ersten Energieeffizienz Hackathon. Ingenieure, Kodierer, Designer, Psychologen, Unternehmer, Gründer und überhaupt alle, die das Thema spannend finden, sind eingeladen, innerhalb von 10 Stunden Ideen zu entwickeln, die zu mehr Energieeffizienz beitragen können.

Drei Herausforderungen

Beim Hackathon stehen folgende Themen im Vordergrund, die von jeweils unterschiedlichen Partnern begleitet werden:

  1. Wie sieht intelligentes Heizen aus? (begleitet durch Danfoss, ein Unternehmen aus der Wärme- und Kältetechnik mit Sitz in Dänemark)
  2. Wie können Elektrotechniker dazu gebracht werden, stromsparende Ersatzteile zu verwenden? ( begleitet durch Elektroartikellieferanten sonepar, und die Stromsparberatung co2-online)
  3. Wie können Industrieunternehmen Daten zum Energieverbrauch nützlich verwenden? (begleitet von den Umwelt- und Energieberatungen Veolia und Ökotech)

Nach einer kurzen Einführung in die Themen geht es an Teambildung und Ideenentwicklung. Mittags besteht die letzte Möglichkeit, das Team zu wechseln, danach heißt es, die Konzepte im Detail auszuarbeiten. Alle Teams werden von erstklassigen Trainern mit

Design-Thinking-, Engineering-, oder Business-Expertise unterstützt. Am Ende des Tages werden die finalen Ideen einer Experten-Jury vorgestellt. Um diese zu überzeugen, müssen Nutzerbedürfnisse, Wirtschaftlichkeit und technische Herausforderungen berücksichtigt werden.

Am Vorabend des EnergyEfficiencyHacks lädt die DENEFF bereits zum Warm-up ein. Von 19 bis 22 Uhr stellen sich die Partner des Hackatons vor und die Teilnehmer können sich bereits in entspannter Atmosphäre kennenlernen.

Energieeffizienz als Geschäftsmodell

Dass die Frage, wie sich Energieeffizienz realisieren lässt, durchaus spannende Themen für Start-ups sind, zeigen viele Beispiele aus dem Climate-KIC Accelerator. Wir möchten hier drei Start-ups vorstellen, die eine beachtliche Karriere hingelegt haben.

Thermondo zum Beispiel startete 2012 mit der Mission, in so vielen deutschen Haushalten wie möglich alte Heizungen gegen neue, effizientere auszutauschen. Denn das spart nicht nur CO2, sondern den Besitzern auch Geld. Thermondo gestaltet den Austausch durch seine Online-Plattform so einfach wie möglich und liefert den passenden Elektrotechniker gleich mit. Heute ist das Unternehmen der führende Heizungsinstallateur für Ein- und Zweifamilienhäuser und hat bereits mehr als 5000 Hauseigentümern ein CO2-ärmeres Heizen ermöglicht.

Das von „Coolar“ entwickelte Kühlsystem kühlt mit Wärme anstatt mit Strom. So wird möglich, dass Medizin und Nahrungsmitteln auch in netzfernen und netzinstabilen Gebieten zuverlässig gekühlt werden können. Es ist durchaus denkbar, dass die Kühlschränke von Coolar auch bald in Küchen von Industriestaaten stehen und hier zu mehr Energieeffizienz beitragen.

Das Start-up Ecoglobe hat den „Building Optimizer“ entwickelt. Die Software findet durch Simulationen heraus, welche Investitionen den größten Einfluss auf Energieverbrauch, Komfort und Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes haben. Welche Kriterien berücksichtigt werden und welche Ziele genau erfüllt werden sollen, das entscheidet der Kunde.

Also, einfach beim Hackthon mitmachen. Vielleicht bringt euch die Veranstaltung auf die zündende Idee für eurer Start-up.

Der Hackathon ist der Auftakt zur DENEFF Jahreskonferenz 2017 „Erste Wahl: Energieeffizienz“, der am 7. März im Umweltforum Berlin stattfindet. Die Gewinnerteams sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Konzepte auf der Jahreskonferenz zu präsentieren.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.eehack.com