Gelatex macht die Textilindustrie nachhaltig. Das Startup aus Estland hat eine umweltfreundliche Alternative zu Leder entwickelt, für dessen Produktion ausschließlich organische Nebenprodukte aus der Fleischindustrie verwendet werden.

Jedes Jahr werden weltweit 2 Milliarden m² Leder hergestellt. In den letzten Jahren wurde viel über Nachhaltigkeit in der Textilbranche diskutiert, mit überschaubarem Erfolg.

Ein Beispiel:
Für die Produktion eines Quadratmeters Leder werden ungefähr 2,5 kg toxischer Chemikalien verwendet. Darunter auch Arsen, eines der giftigsten Elemente, die es gibt. Fast 90 Prozent der weltweiten Lederproduktion findet in Ländern mit niedrigen Umweltstandards und geringen Arbeitsschutzbestimmungen statt. Die Folgeschäden für Natur und Mensch sind verheerend.

Zwar gibt es eine Reihe herkömmlicher Lederimitate, diese sind jedoch vergleichsweise teuer und sehen zwar aus wie Leder, fühlen sich aber nicht so an. Gelatex hat eine umweltfreundliche Alternative entwickelt, dessen chemische Zusammensetzung mit der von Leder identisch ist. Bei der Produktion wird komplett auf toxische Stoffe verzichtet.

„Wir wollen die Leder- und Textilindustrie nachhaltiger machen, mit günstigen und ökologischen Alternativen“,

so Gründerin Mari-Ann Meigo. Das Unternehmen Gelatex gründete sie 2016, gemeinsam mit Märt-Erik Martens. Kurz zuvor hatten sie die Climate Launchpad Competition gewonnen. Das Textil kann preiswert in großen Mengen produziert werden und ist dadurch auch für den Großhandel geeignet: Ob Als Couchbezug, Schuh oder Tasche.