Kommunikation ohne das Internet ist für viele von uns heutzutage nicht mehr denkbar. Doch unser digitales Leben verbraucht enorm viel Strom. Der Energiekonsum des IT-Sektors macht rund sieben Prozent der weltweit verbrauchten Energie aus. „Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch“, sagte Niklas Schinerl, Energieexperte bei Greenpeace.

Seit 2009 fordert Greenpeace IT-Unternehmen auf, mehr Erneuerbare Energien zur Befeuerung ihrer Rechenzentren zu nutzen. Außerdem veröffentlicht die Umweltschutzorganisation seit drei Jahren ein Ranking namens „Click Clean“, das zeigt, inwiefern die weltweit 15 größten IT-Firmen auf grünen Strom zurückgreifen.

Netflix-Serien mit Kohle und Atom streamen

Im jüngst veröffentlichen Ranking führt Apple zum dritten Mal in Folge. 83 Prozent der für Apples Cloud-Dienste benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen, so schreiben es die Autoren. Das Unternehmen nutzt außerdem mehrere Solarkraftwerke, die direkt neben einigen Rechenzentren stehen. Hinter Apple folgen namhafte Konzerne wie Facebook (67 Prozent), Google (56 Prozent) und HP (50 Prozent).

Besonders schlecht unter den bekannten Internetkonzernen schneidet Amazon Web Services (AWS) ab, ein Unternehmen, das Daten von Betreibern wie Netflix, Pinterest und Spotify hostet. AWS-Rechenzentren beziehen 30 Prozent Strom aus Kohlekraft, 26 Prozent Atomstrom und 24 Prozent Strom aus Gaskraftwerken. Lediglich 17 Prozent stammt aus Erneuerbaren Quellen.

Netflix ist eines der größten Videostreaming-Portale weltweit und hat damit nicht nur einen bedeutenden Anteil am globalen Datenverkehr, sondern auch am Energieverbrauch der stark wachsenden Video-Streaming-Industrie. Alleine in Nord-Amerika machen Netflix‘ Streaming-Dienste Schätzungen zufolge bereits rund ein Drittel des Internet-Verkehrs aus.

Vernetzung und Speicher helfen Unternehmen beim Klimaschutz

Was bedeutet die Ergebnisse des Greenpeace-Ranking nun für Start-ups aus der Cleantech-Szene? Es ist bereits was im Gange, aber es gibt noch viel zu tun!

Bekannte IT-Firmen haben es sich zum Ziel gesetzt, klimafreundlicher zu werden. Zum einen sicherlich, weil ihre Kunden dies zunehmend von ihnen verlangen. Zu anderen ist Strom aus Erneuerbare Energien, besonders wenn er lokal produziert wird, eine wirtschaftlich attraktive Alternative.

Allen Prognosen zufolge wird der Energiebedarf der IT-Branche extrem ansteigen. Da sind Innovationen gefordert,  die der Internetwirtschaft dabei helfen, einen Beitrag zu mehr Klimaschutz zu liefern.

Als Unternehmen auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umzusteigen, ist dabei ein Ziel unter vielen anderen. Themen, zu denen sich Start-ups austoben können, lauten Digitalisierung und Entwicklung intelligenter Batteriespeicher.  Doch es gibt noch viele weitere Fragen: Wie können Riesen-Unternehmen ihre Gebäude nachhaltiger gestalten? Wie können Unternehmen ihre Wertschöpfungskette umweltfreundlich gestalten? Wie können Unternehmen erkennen, ob in ihren Anlagen hohe Klimarisiken schlummern?