Wo Energie verbraucht wird, kann dies oftmals noch viel effizienter als bisher geschehen. Nimmt man den kompletten Energieverbrauch der Wirtschaft zusammen, ergibt sich ein enormes Potenzial für die Einsparung von Energie und CO2. Mit dem globalen Klimaschutzabkommen von Paris, dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz der Bundesregierung und dem europäischen Vorhaben zur Steigerung der Energieeffizienz sind wir, was die politischen Rahmenbedingungen betrifft, bereits auf einem guten Weg. Doch diese zum Teil noch zarten Impulse reichen natürlich noch nicht, um umfangreiche Energieeffizienzmaßnahmen in der Breite auf die Straße zu bringen. Hierfür braucht es auch viel Eigeninitiative, innovative Konzepte und die Vernetzung von Akteuren, die gemeinsam Maßnahmen umsetzen können.

Einen Schritt in diese Richtung sind wir mit unserem heutigen Workshop mit der DENEFF, der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz, gegangen. In der Green Garage haben wir Mitgliedsunternehmen der DENEFF mit unseren Start-ups zusammengebracht, um über Herausforderungen der Energieeffizienz und innovative Lösungsansätze zu diskutieren. Dabei wurden nicht nur wertvolle Kontakte geknüpft, sondern auch interessante Einblicke und Erkenntnisse gewonnen. Hier ein paar Stimmen vom Event:

Energieeffizienz zur zweiten wichtigen Säule der Energiewende machen

„Damit Energieeffizienz tatsächlich zur zweiten wichtigen Säule der Energiewende wird, bedarf es mehrerer Zutaten: Entscheidend sind gute politische Rahmenbedingungen, um Investitionen in diesen Bereich lukraktiv und möglich machen. Mit dem nötigen Kapital und attraktiven Angeboten kann wiederum die letzte Meile zum Kunden überwunden werden, damit Maßnahmen letztlich auch in der Breite umgesetzt werden und Wirkung zeigen.

Damit das funktioniert, sind 4 Faktoren ausschlaggebend:
1. Qualität und Qualifizierung – Energieeffizienz muss nicht nur versprochen sondern vor allem durch entsprechende politische Maßnahmen auch geliefert werden,
2. Systemoptimierung – Infrastrukturvorhaben müssen an der Systemeffizienz zwischen Energieerzeugung und Verbrauch ausgerichtet sein,
3. Ergebnisorientierung – Energieeffizienz darf nicht nur technologiegetrieben, sondern muss auch marktorientiert sein,
4. Digitalisierung – umfangreiche Daten zu Finanzierbarkeit, Vertrieb, Automatisierung und Standardisierung können Barrieren leichter beseitigen.“

Martin Bornholdt, Geschäftsführender Vorstand bei der DENEFF

Durch einfache Maßnahmen 650 Euro Heizkosten und 3 Kohlekraftwerke einsparen

„Unser Ziel ist, die maximale Energieeffizienz für Haushalte herauszuholen. 60% der Energiekosten macht das Heizen aus. Das sind 1000€ im Jahr. Mit unseren intelligenten Heizsystemen können wir hier bis zu 65% Kostenersparnis erreichen.“

Matthias Hemmerle, Gründer des Startups Faunder

„Wir machen Energieeinsparen einfach. Wir bieten einen individuellen Rundumservice – die einfachste Methode um Energie und Geld einzusparen. Umwälzpumpen sind die unbekannten Stromfresser im Heizungskeller. Viele Leute wissen davon gar nichts und finden keinen guten Beratungsservice. Dabei bietet der Austausch der Pumpen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Wenn man alle ineffizienten Pumpen in Deutschland tauschen würde, könnte man drei Kohlekraftwerke stilllegen.“

Sebastian Schröer, Gründer des Startups Perto

Die Digitalisierung zur Steigerung der Energieeffizienz nutzen

„Es ist schön zu sehen, dass es viele, ganz pfiffige Ideen im Bereich Energieeffizienz gibt. Erstaunt bin ich allerdings, dass die Geschäftsideen der Start-ups weniger technisch, sondern stark vertriebsorientiert sind. Insbesondere bei der Energieeffizienz für große Industriebetriebe erhoffe ich mir von der Digitalisierungswelle noch neue spannende Ideen, die die Energieeffizienz im B2B-Bereich vorantreiben.“

Tim Otterbeck, Manager Energy Consulting bei Bosch Energy and Building Solutions

„Wir werden häufig gefragt, warum wir Startups wie Thermondo, Tado oder Perto in unserem Accelerator fördern – was deren Beitrag zum Klimaschutz ist. Klar ist, dass mittelbar jeder Hausbesitzer, der seine Heizung oder Wärmepumpe austauscht oder in eine intelligente Steuerung investiert, einen Klimabeitrag leistet. Und Leute kaufen heute zunehmend online – nicht nur Schuhe und Klamotten sondern tatsächlich auch ihre PV-Anlage und ihre Heizung. Neue Geschäftsmodelle, die mithilfe der Digitalisierung neue Kundenschichten erreichen und damit zusätzlich die Energieeffizienz vorantreiben, tragen erheblich zum Klimaschutz bei.“

Björn Grindberg, Innovation Lead bei Climate-KIC Deutschland