15 Info-Stände, Häppchen in der Herbstsonne und statt Smalltalk jede Menge Realtalk: Beim DEMO-DAY des Climate-KIC DACH Start-up Accelerator stellten sich rund um das Café am Wasserturm auf dem Berliner EUREF-Campus junge klimafreundliche Unternehmen vor. Und das nicht nur an den individuellen Booths, sondern vor allem auf der Bühne.

Vor rund 150 Gästen, darunter neben Kollegen und Journalisten vor allem potenzielle Förderer, Investoren und Innovationstreiber wie Cleantech Invest, eCapital, MunichRe, Early Bird und Munich Venture Capital, bekamen die Start-ups die Möglichkeit, ihre Ideen und Technologien aus den Bereichen E-Mobilität, grüne Logistik, Industrie 4.0, Automatisierung, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, smarte Gebäudetechnologie und nachhaltige Produktion in Fünf-Minuten-Pitches vorzustellen. Die Stage betraten Zolar, Twingz, Solabolic, Pendula, Nüwiel, Nano-Join, Motion-TagHawa Dawa, Enway, ECHOJazz, ChemAlive, Carbon Delta, CAALA, Africa GreenTec und Adaptive Balancing Power. Doppelt so viele Start-ups stellten zudem ihre Innovationen beim DEMO-DAY aus.

Mit gutem Beispiel voran: SirPlus, Nüwiel und Zolar

Mit dabei: Unter anderem SirPlus, der Supermarkt gegen Lebensmittelverschwendung, dessen Name sich vom englischen Surplus ableitet, das übersetzt Überfluss bedeutet. Das Konzept ist ebenso simpel wie sinnvoll: Bei SirPlus wird Essen verkauft, dass für den konventionellen Handel nicht gut genug ist. Sprich Obst und Gemüse, das von den Normwerten abweicht oder Milchprodukte deren Verfallsdatum schon zu nah liegt. SirPlus kooperiert bereits mit Ketten wie Metro und Bio-Company, kann grünen Salat für 15 Cent, ein Kilo Gemüse für einen Euro verkaufen – und so nicht nur dem Verbraucher, sondern vor allem der Umwelt etwas Gutes tun.

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Ausprobieren auf dem EUREF-Campus erlaubt

Genau wie die Gründer, von Nüwiel, einem intelligenten, elektrobetriebenen Fahrradanhänger, der Lärm, Staus und Luftverschmutzung vermeidet. Der Anhänger kann bis zu 100 Kilogramm tragen und dank einer neu entwickelten Technologie selbst entscheiden, wann er bremsen, schneller oder langsamer werden muss.

Beim DEMO-DAY erregte Nüwiel mit am meisten Aufsehen. Nicht nur durch einen gelungenen Pitch, sondern vor allem mit dem Anhängermodell, das sowohl am Fahrrad als auch als Handwagen immer wieder auf dem EUREF-Gelände ausprobiert wurde.

Als Überflieger kristallisierte sich außerdem das Solarenergie-Unternehmen Zolar heraus, das jeden Haushalt dazu ermächtigt, sein eigener Stromanbieter zu werden. Auf der Internetplattform des Unternehmens kann sich jeder Interessierte seine Solaranlage individuell zusammensetzen, ohne dabei über Vorwissen verfügen zu müssen. Ein herstellerunabhängiges Festpreisangebot gibt’s dann in 24 Stunden.

Ob Zolar damit den großen Energiekonzernen Konkurrenz machen möchte? Ganz sicher. Vor allem, so Co-Founder Alex Melzer, möchte Zolar seine Kunden von eben diesen unabhängig machen.

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Investitionsvolumen und Innovationen legen zu

Mit Nachfragen wie dieser führte Moderator Renato Galli charmant und professionell durchs Pitch-Programm, stellte die Akteure vor – und am Ende jeder Präsentation noch eine letzte Kernaussage heraus. Alle weiteren Interessen oder Unklarheiten konnten während der Kaffeepause sowie beim BBQ im Freien im direkten Gespräch mit den jungen Unternehmern geklärt werden.

An Erfahrung fehlt es den Start-ups dabei nicht. Alle Teilnehmer befinden sich bei Climate-KIC aktuell in der ersten bis dritten Finanzierungsrunde, sprich in vielen Fällen kurz vor Markteintritt. So hat der erste SirPlus Supermarkt in Berlin beispielweise bereits eröffnet. Zolar wurde diesen Januar live gelauncht, Nüwiel möchte Anfang 2018 mit dem intelligenten Fahrradanhänger in Serie gehen und die Betreiber arbeiten aktuell an weitere Filialen, einem Online-Shop, einem Lieferservice und an einer App.

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Trendthemen E-Mobility, Green Finance sowie Food and Landuse

Erfolge, die auch mit Hilfe von wachsender externer Unterstützung erzielt werden konnten. So zeigte sich Björn Grindberg, Start-Up Programms Lead bei Climate-KIC , während des Events erfreut darüber, dass die Investitionen für die Nachwuchs-Unternehmen größer werden. „Vor allem aber freut mich, dass die Ideen immer intelligenter und fundierter werden.“ Als Trendbereiche der Szene sieht er in diesem Jahr auch weiterhin E-Mobility, Greeen Finance sowie Food and Landuse.

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