Jeder weiß, wie gesund Vitamin „B“ für den beruflichen Erfolg ist. Gute Beziehungen helfen immer dann, wenn sie wirklich zum eigenen Projekt oder Unternehmen passen. Wie aber gelingt der gezielte Aufbau, und was hat man davon? Im Cleantech-Sektor lassen sich einige Netzwerke identifizieren. An der Transformation hin zu einer Green Economy arbeiten in Deutschland unter anderem:

“Rosinen picken” ist eine kluge Strategie, um ein starkes Netzwerk aufzubauen. Ein guter erster Schritt ist der Besuch einer Veranstaltung.

„Social Quarterbacks“ beschleunigen die Vernetzung

In jedem starken Netzwerk gibt es Menschen mit der Gabe zu vernetzen. Mit guter Menschenkenntnis und einem ausgeprägtem Erinnerungsvermögen haben diese das Talent, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Solche Netzwerker können den Kontaktaufbau deutlich beschleunigen. Mit Formaten wie einem Business Speed Dating sowie über Netzwerkmanager wird das sich anbahnende Matching in einigen Institutionen systematisch angeregt. Bei Climate-KIC ist dies der Fall. Ich habe mit Sarah Teller-Tokarska über ihre Rolle als eine der „Social Quarterbacks“ im europaweiten Climate-KIC-Netzwerk gesprochen.

Was bringt die Vernetzung in den Climate-KIC-Netzwerken?

Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, als Sarah mir am Telefon von ihren Erfahrungen mit der gezielten Kontaktherstellung berichtete:

„Wir stehen in ständigem Austausch und kennen uns gut. So können wir die richtigen zusammenbringen. Stell Dir vor, Du entwickelst ein richtig sauberes Geschäftsmodell, nur keiner glaubt Dir, dass es ‘sauber’ ist. Kürzlich konnten wir in so einem Fall eine unabhängige wissenschaftliche Begleitforschung auf die Beine stellen. Die Forscher haben alles auf Herz und Nieren überprüft und sogar eine noch bessere Klimaschutzwirkung festgestellt, als vorher angenommen worden war.“

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung über unser Netzwerk

Ein weiteres Beispiel ist die Sicht einer der Forschungseinrichtungen. Timon Graf, der bei dem renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) für den Wissens- und Technologietransfer zuständig ist, erklärte mir den Nutzen des Netzwerkes folgendermaßen:

“Forschung muss in die Praxis getragen werden. Climate-KIC ist dafür naheliegend. All unsere Forschungsergebnisse passen in diese Richtung. Immer wenn wir eine kommerzielle Verwertung sehen, dann denken wir zuerst an das Climate-KIC.”

Für Forschungseinrichtungen ist die Gründung von “Spin-offs” – Start-ups, die auf Forschungsprojekten basieren –  immer denkbar. Für solche Innovations-Chancen werden beim PIK alle Forschungsergebnisse gescreent. Allerdings müsse man auch sehen, dass nur ein kleiner Teil der Forscher gründungsaffin ist.

Schöne Beispiele für Technologietransfer sind Carbon Delta und die Kleinst-Wasserkraftwerke von Smart Hydro Power. Das PIK hatten für die Start-ups  im Zuge von Climate KIC-Projekten Forschungsergebnisse bereitgestellt.

Das Start-up CAALA über unser Netzwerk

Was hat ein Start-up vom Climate-KIC-Netzwerk? Sebastian Dominguez, Geschäftsführer von CAALA, erklärte mir:

Als Start-up kriegt man bei Climate-KIC Coaching und Geld. Dass wir im größten europäischen Cleantech-Accelerator aufgenommen worden sind, ist für uns im Bereich Cleantech ein Gütesiegel. Außerdem kann man über das Climate-KIC-Netzwerk wertvolle Kontakte knüpfen. Über das Investors-Dinner kam es zu guten Gesprächen mit Investoren.“

CAALAs Planungssoftware für Architekten und Bauingenieure rechnet den Energiebedarf von Gebäuden in der frühen Planungsphase aus. Gleichzeitig wird eine komplette Lebenszyklus-Analyse inklusive Ökobilanz und Lebenszyklus-Kosten erstellt und visualisiert. Dies wollen die Gründer weiter vertiefen:

„Über Climate-KIC sind wir mit dem Building Technologies Accelerator in Kontakt gekommen. Um den Lebenszyklus von Gebäuden noch besser zu analysieren, stellen wir gerade mit einem Konsortium einen Antrag im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020“

Die NGO Carbon Disclosure Project (CDP) über unser Netzwerk

Susan Dreyer, die das Carbon Disclosure Project in der D-A-CH-Region leitet, erklärte mir ihre Sicht als Nicht-Regierungs-Organisation auf den Nutzen des Netzwerkes:

“Im Netzwerk mit Climate-KIC ist der Personenkreis einfach eine gute Mischung. Auf den Events kann man gut Start-ups kennen lernen und auch andere thematisch spannende Business-Kontakte knüpfen”.

In Frühphasen spiele Climate-KIC eine besondere Rolle in der Förderlandschaft. Mit Blick auf den gesamten Wandel hin zu einer Green Economy unterstrich Susan die generelle Bedeutung der Vernetztheit:

“Ganz gleich, wie man sein Networking angeht: Viele Projekte werden erst mit guten Partnern richtig gut. Welche Netzwerke genau zu einem passen, muss natürlich jede und jeder selbst für sich herausfinden. Eine sauber werdende Wirtschaft kann unserer Meinung nach aber nur gemeinsam geschaffen werden. Um in der Komplexität der gesellschaftlichen Entwicklung neue Wege zu entdecken, brauchen wir aufgeschlossene, vernetzte Akteure aus möglichst vielfältigen Disziplinen. Es braucht die Macher, die Innovatoren, die Käufer, die Regulatoren und diejenigen, die unermüdlich höhere Umwelt-Standards einfordern.”

Mehr über Climate-KIC-Netzwerk und seine Partner gibt es auf climate-kic.org.