Während Politiker aus aller Welt in Marrakesch versuchen, den Klimaschutz auf politischer und regulatorischer Ebene voranzutreiben, arbeiten Experten in Wirtschaft und Forschung bereits seit Jahren an konkreten Lösungen. Die Cleantech-Branche wächst noch immer und fast täglich werden neue Innovationen präsentiert – sei es im Bereich erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Ressourcenschonung oder Mobilität.

Innovationen für eine kohlenstofffreie Wirtschaft und klimaresistente Gesellschaft

Die Cleantech Start-ups unseres Accelerator-Programms beweisen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, eine kohlenstofffreie Wirtschaft und klimaresistente Gesellschaft aufzubauen. Europas 15 erfolgreichste Start-ups des Climate-KIC Accelerators haben wir zum Start der Klimakonferenz bei der Venture Competition zusammengebracht.

In neun Länderrunden wurden im Vorfeld die vielversprechendsten Start-ups aus ganz Europa aufgespürt. Aus Deutschland gingen Coolar und Pendula ins Rennen. Durchsetzen konnten sich am Ende das Schweizer Fintech Unternehmen Carbon Delta und das dänische Start-up SiOx.

Finanzdaten zu Klimarisiken und Korrosionsschutz für Wärmetauscher

web-for-i4c_-4Das erstplatzierte Start-up Carbon Delta ermittelt und analysiert die Klimaresilienz börsennotierter Gesellschaften. Dazu hat es ein eigenes Evaluierungssystem entwickelt, das es Investoren ermöglicht, die Klimarisiken ihrer Portfolios zu beurteilen, d. h. einzuschätzen, inwieweit der Wert eines Unternehmens durch den Klimawandel beeinträchtigt werden könnte. Das besondere Potenzial für die Kombination von Fintech & Cleantech haben wir erst kürzlich in unserem Blog beleuchtet.

Das zweitplatzierte Start-up SiOx hat eine Technologie entwickelt, die eine biegsame Glas-auf-Metall-Beschichtung ermöglicht, mit der Metall wirksam vor Verschmutzung und Korrosion geschützt werden kann. Durch die NANOmel-Silica-Beschichtung von SiOx lassen sich Verschmutzungen und Korrosion um über 50 Prozent reduzieren. Dies ist besonders relevant für Wärmetauscher, die durch Korrosion über die Zeit deutlich an Wirkung verlieren.

Verschiebung enormer Kapitalsummen von der kohlenstoffintensiven zur kohlenstoffarmen Wirtschaft

Beim europäischen Finale, das im Rahmen unseres Climate Innovation Summits stattfand, mussten die Start-ups ihre Innovationen in Bezug auf reale Kriterien wie Machbarkeit, Skalierbarkeit, Schaffung von Arbeitsplätzen und CO2-Fußabdruck vor einem Panel renommierter Juroren verteidigen. Das Gremium bestand aus Murray McCaig, Dr. Alois Martin Flatz und Robert Schrimpff.

Murray McCaig, Gründer und Geschäftsführer von ArcTern Ventures, erklärt, warum gerade Carbon Delta das Rennen um den Preis gemacht hat:

„Sie haben das Potenzial, die Verschiebung enormer Kapitalsummen von der kohlenstoffintensiven zur kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beschleunigen.“

Signal für COP22

Die nächste Generation der Cleantech-Start-ups hält für die COP22-Verhandlungen in Marrakesch eine klare Botschaft bereit: Den Umbau zur kohlenstofffreien Wirtschaft bis 2050 können wir schaffen – vorausgesetzt, die innovativen Ideen der Start-ups und Unternehmen finden Unterstützung und erweitern so das Portfolio an Lösungsmöglichkeiten des Cleantech-Sektors. Cleantech ist eine der größten wirtschaftlichen Chancen des 21. Jahrhunderts.

Hier geht’s zur Übersicht aller Finalisten der Climate-KIC Venture Competition und ihrer spannenden Cleantech Geschäftsideen.