Der Durchbruch soll gelingen – so der Plan der Initiative, für die Bill Gates eine Reihe milliardenschwerer Unternehmer wie Jeff Bezos (Amazon), Richard Branson (Virgin), Jack Ma (Alibaba) oder Ratan Tata um sich geschart hatte. Für dessen Präsentation wurde die große Bühne des Pariser Klimagipfels gewählt. Durch gezielte Investitionen möchte man „Innovationen“ im Bereich der emissionsfreien Energieerzeugung fördern. Können diese Investitionen unsere Start-ups stärken?

Eine Formel für bahnbrechende Entwicklungen

In der Blognotiz auf Gates Notes wurde ein Videostatement des Microsoft-Gründers veröffentlicht. Er spricht davon, dass ein billiger Energiepreis den ärmsten Menschen helfen würde. Diese seien ja auch am härtesten von den Klimafolgen betroffen. Wenn man sich Erfolgsbeispiele wie die digitale Revolution anschaue, dann sehe man, dass Regierungen die Grundlagenforschung bereitgestellt hätten. Dies müsse man mit Leuten kombinieren, die bereit seien, Risikokapital für bahnbrechende Energiefirmen zu geben. Diese Formel würde die Innovation und Risikobereitschaft beschleunigen. So werde man die Lösungen erhalten, die uns in der Klimafrage nicht aufgeben ließen.

Gates Ausführungen stimmen mich optimistisch. Es soll also ein Public-Private-Partnership-Modell zwischen Regierungen, Forschungseinrichtungen, Investoren, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmensgründern kommen, das Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels entwickelt. Damit soll eine bezahlbare und verlässliche Energieversorgung für jedermann sichergestellt werden.

Im Umfeld dieser von Forbes gelisteten Milliardäre ist einiges möglich. So betreibt Richard Branson bereits den Accelerator Carbon War Room. Wie der chinesische Unternehmer Jack Ma über das Klimaproblem denkt, erfährt man in einer Podiumsdiskussion mit Barack Obama und der philippinischen Gründerin Aisa Mijeno.

Bewerber müssen sich noch gedulden

Bisher existieren allerdings nur einige allgemeine Investitionskriterien. So soll zum Beispiel möglichst frühzeitig in Ideen aus Forschungseinrichtungen investiert werden, um durch eine Anschubfinanzierung den Weg für Investments traditioneller Anleger zu einem späteren Zeitpunkt zu bereiten.

Da man nicht wissen kann, aus welchen Bereichen die besten Innovationen kommen werden, sollen die Investitionen über ein breites Spektrum erfolgen. Darunter sind unter anderem Energieproduktion, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Energieeffizienz. Dabei soll gezielt – auch unter Inkaufnahme von Risiken – in skalierbare innovative Technologien investiert werden, die effizienter und günstiger als existierende sind.

Man möchte direkt mit Ländern zusammenarbeiten, die sich bereits jetzt im Klimaschutz engagieren. Eine Zusammenarbeit mit der internationalen Initiative Mission Innovation wird dabei als Schnittstelle dienen.

Im Laufe des nächsten Jahres sollen die Kriterien zur Vergabe der Investments erarbeitet und weitere Investoren gewonnen werden. Wir bleiben dran!