Wenn Innovation einfach wäre, dann würde es leicht sein, die Welt zu verändern. Wie man anstelle des erd-erwärmenden Klimas einen Treibhauseffekt für gute Ideen kreiert, weiß Climate-KIC. Beim weltweiten Climathon am 28. Oktober 2016 wurden innerhalb von 24 Stunden in 59 Städten auf sechs Kontinenten einige hundert konkrete Ideen für den Klimaschutz entwickelt. Verbunden waren sie global über Skype, Twitter und in dem Bestreben, das gefährliche CO2 aus unserer Luft zu verbannen.

Climathon Berlin

Auch nachts wurde durchgehend gearbeitet

Innerhalb der Zeitgrenze besteht absolute und gezielte Denkfreiheit. Gezielt werden Lösungen für vordefinierte Fragen gesucht, die ihren Weg in die Praxis finden sollen. Im InfraLab Berlin entwickelten sieben Teams die ganze Nacht über in intensiven Sessions mit Business Coaches ihre Ideen, die sie am Samstagmorgen der Experten-Jury präsentierten. Schauen Sie sich die Ideen an:

Challenge: Wie kann eine Schule “Müllfrei” haben?

Mathe, Englisch, Müll vermeiden und dann große Pause. So mag der Stundenplan an Schulen aussehen, die das Konzept für eine müllfreie “Zero-Waste-Schule” des großen Entsorgungs-Unternehmens Veolia anwenden. Damit will man an Schulen für Kreislaufwirtschaft werben. Auf dem Berliner Climathon wurde folgendes Konzept entwickelt:

Zur Müllvermeidung soll per “Gamification” spielerisch und zugleich per Mentoren-Programm vorbildlich motiviert werden. Das entwickelte Programm “SBA – See – Believe – Act“ ist auf aktive Handlungen ausgerichtet. Für die erste Phase kommt hierbei ein transparenter Mülleimer zum Einsatz. Julia Milbredt, die Organisatorin und Education Managerin bei Climate-KIC, hob hervor:

„Das Konzept ist insofern interessant und innovativ, da es versucht, bisherige Initiativen und Ansätze in diesem Bereich zu verknüpfen, und weil es ein langfristiges Engagement anstrebt.”

Challenge: Wie kann Haushaltsmüll mit weniger Fahrten abgeholt werden?

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) will es wissen: Wie kann man Müll-Abholung noch besser organisieren? Das Thema mag nicht auf Anhieb begeistern. Das Ergebnis der Arbeit aber finden wir dann schon “sauber”. Und die  Logistik ist alles andere als trivial: Müll wird sechsfach getrennt gesammelt: Altpapier, Altglas, Wertstoffe, Bioabfälle und Restmüll – für alles Extra-Mülltonnen, die vor fast jedem Haus abgeholt werden. Lärm dabei will niemand ertragen. Die Fahrzeuge unterschiedlicher Anbieter schieben sich durch Staus.

Climathon Pitch

Abschließend haben die Teams ihre Ideen den Experten vorgestellt

Das Team “I.M.S.” entwickelte eine Idee, bei der eine Sensortechnik für Mülltonnen den Verkehr flexibler und effizienter gestalten soll. Die Sensoren erfassen, wie voll die Tonne ist und geben diese Info an die BSR weiter. Diese kann dann die Entsorgungsfahrten so organisieren, dass nur volle Tonnen abgeholt werden.

Challenge: Wie lockt man Moabits Pendler auf zu teilende Fahrräder?

Im Quartier Berlin Moabit-West wird an einem “smart district” gearbeitet: Um Autos von der Straße und aus dem dichten Verkehr zu holen, wären Fahrräder eine nicht nur die Gesundheit fördernde Lösung. Besitzen muss man sie nicht, um sie zu fahren. Jedoch muss man sich erst einmal draufsetzen. Und genau darum dreht sich die dritte Challenge: Wie lockt man Moabits Bürger und Pendler auf zu teilende und somit in Konsequenz geteilte Fahrräder?

Die Gruppe mit dem Namen „Kommuting Koala“ überzeugte mit der Idee, eine integrierte Reiseplanung zwischen einer Bike Sharing App und dem ÖPNV herzustellen, um den Anreiz für die Nutzung von Bike Sharing zu erhöhen. Aufgebaut werden soll dabei auf die Fahrräder und das Verleihsystem von nextbike.

Unterstützt wurden die Teams In Berlin von Experten der BSR, Veolia, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, dem Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) und dem Fachgebiet CHORA city & energy der TU Berlin.

Ideen bleiben gefragt

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Lösungen der drei Teams lesen? Gerne können Sie Ihre Gedanken im Kommentarfeld hinterlassen. Wir geben die Anregungen weiter.