Wer die Frage mit “ja” beantwortet, der braucht nur noch ein Team, eine klimaschützende Geschäftsidee und kann sich damit direkt für das Accelerator-Programm des Climate-KIC bewerben. Im Accelerator wird man beim Aufbau seines Start-up Unternehmens unterstützt – wie in einem Gewächshaus werden gute Wachstumsbedingungen für die Gründer und ihre Unternehmen geschaffen.

Wer die Frage mit “vielleicht” beantwortet, der gehört zu der Mehrheit potenzieller Unternehmer, die noch nicht genau wissen, ob sie unternehmerisch begabt sind. Wer eine Antwort im Internet sucht, der findet eine Vielzahl profaner Tipps. Redet man mit Freunden und Familie, dann haben diese möglicherweise keine Erfahrung mit Selbstständigkeit, sondern verbreiten nur die Angst vor dem mutigen Schritt in das Ungewisse.

Von der Ungewissheit hat auch einmal Steve Jobs bei einer inspirierenden Abschlussrede in Stanford gesprochen. Er sagte, dass man an irgend etwas glauben muss, um seinem Herzen folgen zu können. Die entscheidenden Punkte könne man nie vorher erkennen, sondern erst hinterher. Manche folgen ihrem Herzen, wenn sie Unternehmer sind und sich dabei das Ziel gesetzt haben, das Klima schützen. Ob man dafür der richtige Typ ist, das kann nur die Erfahrung zeigen.

Zum Gründen lohnt sich immer der Austausch mit Leuten, die bereits Unternehmer werden, sind oder waren. Um von solchen Erfahrungen zu profitieren, habe ich Start-ups aus dem Accelerator-Programm des Climate-KIC gefragt, was die wichtigsten Charakter-Eigenschaften sind, die man braucht, um ein Unternehmen zu gründen. Schauen wir uns doch mal an, worauf es ankommt:

Durchhaltevermögen ist am wichtigsten

Die Antworten zeigen eindeutig, dass Durchhaltevermögen die wichtigste Unternehmer-Eigenschaft ist. Man muss fest entschlossen sein, darf sich von seinem Ziel niemals ablenken lassen oder gar es aufgeben; und man braucht für die Gründung jede Menge Geduld. Es ist eben nicht so wie in Seifenopern, bei denen sich „der Star“ unmittelbar nach der Gründung sofort ganz oben die Schöne-Aussichten-Etage in einem Wolkenkratzer mietet. Wer es in das Accelerator-Programm schafft, der kann jedoch einen Platz in der grünen Garage nutzen.

Teamfähigkeit und Gründer-Team

Die zweithäufigste Antwort der Start-ups war, dass man ein Team braucht, in dem man einander vertraut und sich aufeinander verlassen kann. Am besten, man ergänzt einander. Was hat das mit einem selbst zu tun? Man muss erst einmal die Teamfähigkeit, die Menschenkenntnis und das Vertrauen aufbringen, um sich als Team auf ein solches Abenteuer einzulassen. Ein Team ist eine der Zugangsbedingungen zum Accelerator-Programm.

Begeisterung trägt

Einige haben die Begeisterung hervorgehoben. Begeisterung bedeutet, dass man für seine Idee brennt. Es kann also sein, dass man sich ohne Geschäftsidee noch gar nicht vorstellen kann, ein Unternehmertyp zu sein. Nur wenn man macht, was man wirklich will, wird man die Motivation aufbringen, aus der ein eisernes Durchhaltevermögen geschmiedet wird.

Martin Baart von Ecoligo weiß, wie wichtig es ist, den Spaß an der Sache zu behalten:

Sonst wird es einem schnell zu viel. Der Spaß kommt aber meist alleine, wenn man seine eigene Idee umsetzt, von der man ja stark überzeugt ist.

Ebenso braucht man natürlich die Disziplin, lästige Teilaufgaben zu erledigen.

Wie viele Stunden bist Du bereit, wöchentlich zu arbeiten?

Philipp von ThermondoPhilipp A. Pausder, der Geschäftsführer von Thermondo, weiß, wie hart man für den Unternehmenserfolg arbeiten muss:

Die erste Eigenschaft: Arbeitseifer. Ob man 40, 50 oder 80 Stunden pro Woche arbeitet – es macht einfach einen Unterschied. Die zweite wichtige Eigenschaft: Aufgeschlossenheit. Man darf als Gründer nicht denken, dass man alle Antworten weiß. Es gibt sehr viele kluge Menschen da draußen, deren Input äußerst wichtig für das Unternehmen sein kann.

Die Anzahl seiner Mitarbeiter gibt ihm recht. Thermondo hatte im vergangenen Oktober bereits 180 Arbeitsplätze geschaffen und starke Investoren überzeugt. In einem so großen Team muss man sehr gut delegieren können und sich seine Zeit effizient einteilen.

Lena Cielejewski von ProsumergyLena Cielejewski von der prosumergy GbR weiß, dass zum Durchhalten auch ein gesunder Abstand gehört:

Ob kurzfristiger Erfolg oder Misserfolg: Auch wenn es nicht leicht fällt, sollte man nichts überbewerten, sondern einen langen Atem behalten.

Wer es wagt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, der kann Bedeutsames gewinnen: Laut der jährlich durchgeführten Befragung “Deutscher Start-up Monitor” sind Startup-Gründer deutlich zufriedener als Arbeitnehmer. Ohne einen Vergleich zu haben, kann ich die Zufriedenheit bestätigen.

Wer also neugierig ist und eine Prise Mut mitbringt, der sollte sich das Accelerator-Programm des Climate-KIC mal genauer anschauen. Bewerben kann man sich bis zum 7. Februar.