Alte Stadtstrukturen entsprechen selten dem Anspruch der Nachhaltigkeit. Die Diskrepanz wird global durch die „Landflucht“ verschärft. Um die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Probleme in Städten zu mildern, wurde das Projekt „Smart Sustainable Districts“ (SSD) begonnen. In London, Utrecht, Berlin und Paris wurden Stadtteile gewählt, deren Umbruch intensiv mitgestaltet werden soll und deren Strukturen sich für übertragbare Erkenntnisse eignen.

Bedeutsame Programme werden bei Climate-KIC als „flagship programme“ bezeichnet – wie führende Flaggschiffe der alten Marine. Die heutigen Feinde sind jedoch CO2-Emissionen und Innovationsstau. Flaggschiffe wie „Smart Sustainable District“ durchqueren die gesamte Innovations-Pipeline: Ideen werden entwickelt, über den Accelerator beschleunigt vorangetrieben, durch Demonstrationsprojekte erprobt und über die Skalierung in den Markt getragen.

Entsprechend hoch ist der Anspruch.

Berlin Moabit passt wie der Ball ins Tor

CHORABrainBox TU-Berlin

In der mobilen BrainBox werden komplexe städtische Entwicklungsprozesse simuliert und visualisiert. Damit lassen sich diese spielerisch aushandeln.

Ein gutes Projekt baut immer auf dem bereits Geschaffenem auf. Damit meine ich nicht nur die Altbausubstanz und die innerstädtischen Gewerbe. In Moabit-West wurde bereits über vier Jahre das Stadtteilentwicklungskonzept „Green Moabit“ erarbeitet. Aktive – wie beispielsweise im Unternehmensnetzwerk Moabit e.V. –haben sich bereits organisiert und das Institut CHORA city&energy von der TU Berlin für sich gewinnen können.

Ja, ist denn mit dem bestehenden Entwicklungskonzept noch nicht alles getan? Die Antwort ist ebenso einfach wie die Frage: Maßnahmen müssen auch umgesetzt werden. Um daraus konkrete Projekte zu entwickeln, sind grundlegende Gespräche mit den verschiedenen Akteuren anzuregen. Es ist ja nicht so, dass derartige Veränderungen von Einzelnen geleistet werden können. Um die Gestaltung dieses Prozesses muss sich jemand kümmern. Noch besser ist es, wenn dabei hochmoderne Stadtentwicklungs- und Beteiligungsinstrumente wie die CHORA-BrainBox eingesetzt werden.

„Smart Sustainable Districts“ ist global skalierbar

Einen besonderen Ritterschlag gab es für „Smart Sustainable Districts“ bei der internationalen Städtekonferenz Metropolitan Solutions in der BrainBox vom ICLEI (Local Governments for Sustainability), dem führenden globalen Städtenetzwerk für nachhaltige Entwicklung. Roman Mendle findet, dass SSD einen erfolgversprechenden Ansatz verfolge. Durch die Konzentration auf einzelne Stadteile sei die Skalierung bzw. Übertragung der SSD-Lösungen und Erfahrungen auf Städte verschiedener Größe möglich. Auch die Arbeit an konkreten Lösungen wurde gelobt. Es reiche eben nicht, dass man nur definiere, wo die Politik mal tätig werden sollte.