In anderen Greenhouses wachsen Pflanzen, in unserem Menschen und Ideen – und Unternehmer. Das Greenhouse ist unser so genanntes pre-incubation Programm, also für alle, die eine Idee für eine „grüne Innovation“ haben, aber noch nicht ganz so weit sind, daraus ein Unternehmen zu machen. Gestern haben die Midterm- und Final Pitches in unserem Cleantech-Inkubator Green Garage in Berlin stattgefunden.

Midterm-Pitches: Ready for the next stage?

Neun Teams tüfteln seit Jahresbeginn an ihren Cleantech-Geschäftsideen. Die meisten der Jung-Entrepreneure studieren noch. Im Greenhouse von Climate-KIC haben sie die Chance, sich im Unternehmertum zu üben und zu beweisen. Macher-Lektionen eignen sich eben weniger für ein akademisches Curriculum, sondern mehr für eine Praxisübung. Aus dem Team kann sogar ein Unternehmen erwachsen. Die Coaches Mark Möbius, Daniel Hires, Diane Brüggemann, Rouven Fasch und Robert Langer begleiteten die Teams individuell. Gearbeitet wird Markt-Recherchen, Produkte und Prototypen werden entwickelt und Businesspläne geschrieben, um hart an einer möglichst tragfähigen Geschäftsidee zu arbeiten und ein erstes Geschäftsmodell zu formen. Manche konnten schon erste Testverkäufe im Markt machen. Einige Teams hatten sich und ihre Ideen bereits bei der Journey oder Impact Academy Climate gefunden.

Beim Midterm-Pitch sind die Gedanken eines halben Jahres in fünf Minuten vorzutragen. Diese kommunikative Grundkompetenz braucht man , um künftig Investoren und andere Unterstützer zu gewinnen. Gestern war diese Kompetenz gefragt, um die Jury zu überzeugen. Beñat Egaña (Climate-KIC Accelerator) und Elena Trutnau (Climate-KIC Education) hörten genau hin und fragten erst einmal nach genauso wie das Publikum, das aus den anderen Teams, Coaches, Start-ups und anderen Besuchern bestand.

 

Die Ideen sind wirklich cool und nachhaltig

Hier sind die 9 Teams, die zu ihren Midterm-Pitches geladen waren. Sie haben im Januar 2016 angefangen und 2.500 EUR erhalten.

  • „Carbon Minds“: Damit Unternehmen leichter grüne Produkte und Industrieprozesse entwickeln können, werden ein Analysetool und ein Service zur Messung von Nachhaltigkeit erarbeitet.
  • „DuOgo“: Alle kalten und warmen Getränke können in einem wiederverwendbaren Gefäß transportiert werden. So lassen sich massenweise Einweg-Getränkebehälter vermeiden.
  • „Foodnest“: Dein Kühlschrank und Telefon können über eine Kamera im Dialog feststellen, was gekauft werden muss. Statt Nahrung zu „entsorgen“, was ja vernichten bedeutet, wird nur gekauft, was man wirklich braucht.
  • „Green Food Initiative“: Arbeitgeber werden in der Motivation zu einer gesünderen Ernährung unterstützt.
  • „Kakadu & Waschbär“: Eine CO2-neutrale Windel-Wäscherei holt Windeln ab und liefert diese wieder zurück.
  • „Majesticks“: Kaffee-Rührer die sich auflösen, statt „entsorgt“ zu werden.
  • „Power Your Bread“: Gratis-Solaröfen für Bäckereien in Johannesburg, die über den lokalen Brotverkauf refinanziert werden.
  • „Sålidt“: Produkte für das Badezimmer ohne Plastikverpackungen.
  • „Solar Prism Farming“: Ein Freiflächen-Solarsystem, auf dem sich zugleich Pflanzen anbauen lassen.

Kommen alle weiter?

Die Teams müssen die Jury davon überzeugen, dass sie sich soweit entwickelt haben, dass sie noch ein weiteres halbes Jahr an ihrer Idee im Greenhouse basteln können. Jetzt geht es darum, die Idee zu einem potenziellen Unternehmen zu entwickeln, einen Prototypen zu bauen, Kunden anzusprechen, usw. Bis Ende 2016 werden die erfolgreichen Teams mit Coaching und weiteren 2.500 EUR gefördert. Die Entscheidung, wer dabei ist, fällt in den kommenden Tagen.

Vier Finalisten des Vorjahres bereit für die Zukunfts-Gestaltung

Schon ein Jahr hinter sich haben die Finalisten aus der letzten Runde. Und sie sind um einige Erfahrungen reicher. Beim Final-Pitch des Greenhouse-Jahres hatten die Teams 5 Minuten Zeit, um über ihr Ergebnis aus 12 Monaten harter Arbeit zu berichten. Die diesjährigen Finalisten „Ufill“, „Windlay“, „Solaga“ und „Solarvibes“ hatte Bildungsmanagerin Elena Trutnau des Greenhouse-Programme im vergangenen Jahr hier im Blog vorgestellt. Gestern beim Final Pitch bekamen die Teams von Ted Grozier (Climate-KIC Manager für das Flagship-Programm enCO2re), Vipul Toprani (InnoZ) und Phillip Schinkköthe (Climate-KIC Partner Solar Valley) ein qualitatives Feedback und Tipps für die Zukunfts-Gestaltung. Für manche wird das erst der Anfang gewesen sein, denn jetzt müssen sich die Teams entscheiden, ob sie an ihrer Idee dranbleiben – als Unternehmer.

Erfolgsstories beginnen im Greenhouse

Das Greenhouse Programme kann  der Startschuss für eine richtige Entrepreneurship-Karriere sein. Start-ups wie „Coolar“ und „PhaseShiftEnergy“  (im aktuellen Climate-KIC Accelerator Summer Batch 2016 dabei) haben es mit ihren Ideen erfolgreich vom Greenhouse bis in den Climate-KIC Accelerator geschafft. Greenhouse ist aber ist mehr als ein Start-up-Produzent. Viele Teams nutzen die erste Unternehmer-Erfahrung und legen ihre Gründung später mit einer neuen und besseren Idee hin, wie es bei Cabin Spacey der Fall ist. Andere studieren lieber weiter und nutzen die Innovationskompetenz im „klassischen“ Berufsleben, was ganz sicher der Innovationsfähigkeit in Deutschland gut tut.

Wir sind wirklich gespannt, welche Erfolgsstories hinzukommen und halten auf dem Laufenden.