Ob nun mit einer App gegen Lebensmittelverschwendung oder mit ökologischem Baumaterial: Gründer der Circular Economy leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Klima- und Umweltschutz. Maßnahmen wie Ressourceneffizienz oder Ökodesign können die Treibhausgasemissionen in Europa um zwei bis vier Prozent reduzieren, so die Europäische Kommission. Sie feilt derzeit an einem EU-Kreislaufwirtschaftspaket mit ehrgeizigen Zielen bis 2030: So sollen 70% des europäischen Hausmülls und 80% der Verpackungen recycelt werden. Um das zu erreichen, sind hohe Investitionen und zahlreiche Innovationen notwendig. Davon profitieren können vor allem Querdenker mit guten Geschäftsideen.

Allein in Deutschland erzielt die Entsorgungs- und Recyclingbranche einen jährlichen Umsatz von etwa 50 Milliarden Euro und beschäftigt rund 500.000 Menschen, wie Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums belegen. Von Nischenmarkt kann hier also keinesfalls die Rede sein.

Green Alley fördert Ideen in der Circular Economy

Für Gründer, die sich speziell mit den Themen Ressourcenschonung, Circular Economy oder Recycling beschäftigen, fehlte es lange an passenden Prämierungen. Und so haben wir im Jahr 2014 den Green Alley Award ins Leben gerufen: Europas erster Gründerpreis für Start-ups, die mit ihren Ideen zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Inzwischen richten wir den Award zum dritten Mal aus.

Neben einer finanziellen Förderung profitiert der Gewinner von unserem Netzwerk aus erfahrenen Unternehmern aus der Kreislaufwirtschaft und der Geschäftsfeldentwicklung. Da wir in jedem Jahr den Fokus auf eine andere europäische Metropole legen (zuerst Berlin, dann London und nun Helsinki), konnten wir auch Pioniere der Kreislaufwirtschaft aus unterschiedlichen Ländern miteinander verknüpfen.

Die Circular Economy trifft einen Nerv

Themen wie Ressourcenschonung oder Abfallvermeidung mögen auf den ersten Blick dröge wirken. Doch wer sich die ganz unterschiedlichen Ideen und Ansätze anschaut, mit denen sich Gründer bei uns bewerben, wird schnell eines Besseren belehrt. So überzeugte uns im ersten Jahr GreenLab Berlin, das einen Biodünger aus Kaffeeresten herstellt. Das finnische Start-up RePack hat für den Onlinehandel eine wiederverwendbare Versandtasche entwickelt und FoodLoop beeindruckte mit einer App gegen Lebensmittelverschwendung.

Bereits im zweiten Jahr erreichten uns mehr als 100 Bewerbungen aus Deutschland, Großbritannien, aber auch Israel und weiteren Ländern. Darunter die Idee, Tische aus PV-Modulen herzustellen oder auch das Vorhaben, Gemüse, Obst und Kräuter an Hauswänden wachsen zu lassen. Durchsetzen konnte sich das britische Start-up Adaptavate mit seinem Produkt „Breathaboard“, einer ökologischen Wandverkleidung aus 100 Prozent Abfällen der Landwirtschaft.

Eine ganze Bandbreite an Ideen – die Circular Economy trifft einen Nerv. Mittlerweile beschäftigen sich auch andere Awards mit dem Thema, so beispielsweise der Next Economy Award und StartGreen Award. Das Agora Collective in Berlin, ein Co-Working-Space für Denker alternativer Wirtschaftskonzepte, möchte Ideen in der Kreislaufwirtschaft in Zukunft verstärkt angehen. Und so haben wir erst kürzlich gemeinsam mit Agora und den Sustainability Drinks Berlin die Open Source Circular Economy Days 2016 in Berlin eröffnet.

Neue Ideen brauchen Beratung und Förderung

Die zentralen Fragen, die wir uns bei Green Alley stellen, lauten: Wie können wir Ressourcen sparen? Welche ökologischen Alternativen machen unsere Wirtschaft grüner? Wodurch verbessern wir unseren Umgang mit Abfall? Unsere Finalisten haben mit Lösungen überzeugt, die Nachhaltigkeit und die Circular Economy entschieden weiterbringen können.

Bis zum 27. Juli sucht der Green Alley Award 2016 wieder europaweit nach den besten Ideen von Gründern in der Circular Economy. Der Gewinner darf sich freuen über ein Preispaket aus Geld-und Sachdienstleistungen im Wert von bis zu 30.000 Euro, mietfreien Coworking-Space bei Green Alley sowie zahlreichen Kontakten zu Experten aus der Wirtschaft. In Aussicht gestellt wird außerdem die Chance auf Crowdfunding oder Investment.