Am Freitag standen die fünf besten studentischen Geschäftsideen der Impact Academy Climate im Finale. Die Studierenden haben ein letztes Mal ihre Idee kurz und überzeugend in einem Pitch präsentiert. Gegen 16 Uhr hatte sich die Jury dann festgelegt.

And the winners are:

  1. Power your Bread
  2. Solar Prism Farming

Ideen zählen

Aus den beiden Winning Teams dürfen wir Manikandan Calavai Sabapathy, Daniel Meza, Luis Suarez und Karandikar Mrugank gratulieren.

Die Solar-Brotöfen von „Power your Bread“ werden an regionale Bäcker in Johannesburg verliehen. Diese können damit billiger Brot an jene verkaufen, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Das Geschäftsmodell trägt sich über die Brotverkäufe.

Die Solar-Landwirtschaft von „Solar Prism Farming“ ermöglicht Solarstrom und Landwirtschaft auf ein und derselben Fläche. In dicht besiedelten Ländern wie Indien steigt der Bedarf an Energie und Nahrung gleichzeitig.

Mehr zu den fünf besten der insgesamt 57 Ideen findet ihr im vorherigen Artikel.

Die Jury sieht den Weg von der Idee zum laufenden Geschäft

Beim Finale im Impact Hub haben wir Statements der Jury eingefangen. Ausgesucht wurden die Gewinner nach den Kriterien: Machbarkeit, Klimawirksamkeit und Innovationscharakter.

Am Anfang steht die Idee, damit überhaupt etwas entstehen kann. Für die Entrepreneurin Jewel Sparks ist dies grundlegend wichtig:

„Ideas actually spark the future. For a while people have said that ideas don’t matter. But without an idea, there is nothing to work on and nothing to bring to the market. It is the ideas that spark the fire to make things happen.”

Malte Schneider, CEO des deutschen Climate-KIC, will daraus dann gerne Unternehmen mit konkreten physischen Effekten entstehen sehen:

„Es freut mich persönlich sehr, dass echte Clean Tech Ideen dabei waren und keine Apps.“

Dafür brauchen wir Talente, die es machen. Diese müssen nicht nur durch Talentschmieden wie das Climate-KIC entdeckt werden. Nein, diese Fähigkeiten müssen junge Menschen zuerst in sich selbst finden und dann Ausformulierung und praktische Umsetzung wagen. In der frühen Unterstützungsphase der Pre-Incubation findet Susan Dreyer, die Direktorin des Carbon Disclosure Project (CDP) der D-A-CH Region, die Möglichkeit zur Erfahrung wichtig:

„Erstens: Die Teilnehmer machen die positive Erfahrung, wie viele Ideen sie eigentlich haben, um die Welt besser zu machen. Über Programme wie die Impact Academy Climate können sie das einfach mal erleben – und nichts geht über Erleben.“

Die Teilnehmer können Selbstwirksamkeit erfahren. Auf dem Weg vom Wunsch zur Realität sind machbare Schritte innerhalb der eigenen Möglichkeiten wichtig. Susan sagte dazu:

„Zweitens: Ich glaube, die Welt kann man mehr verändern, wenn viele Leute viele kleine Dinge tun, als wenn jemand eine große Idee hat. Die Vielfalt an Ideen ist gefordert. Genau das wird hier geliefert.“

An ihren 57 Ideen hatten die Studenten-Teams aus der ganzen Bundesrepublik seit Herbst getüftelt. Leon Reiner vom Impact Hub Berlin hat dabei eine bemerkenswerte Entwicklung beobachtet:

„Es ist enorm, welchen Sprung die Ideen vom Workshop bis heute zum Pitch gemacht haben!“

Die Entscheidung der Jury finde ich genau richtig. Beide Gewinner-Teams setzen voll auf die Primärenergie der Sonne. Beide Gewinner-Ideen haben zusätzlich eine soziale Bedeutung für das Wohl von Menschen – mit ihrer wirtschaftlichen Tragfähigkeit werden sie dem Anspruch der vernetzt gedachten nachhaltigen Entwicklung gerecht.

Weiter geht es im Greenhouse

Die beiden Gewinner-Teams erhalten nun für ein Jahr unterschiedliche Unterstützungen durch das Climate-KIC und den Impact Hub in Berlin.

Die Ideen und das unternehmerische Denken von Manikandan Calavai Sabapathy, Daniel Meza, Luis Suarez und Karandikar Mrugank erhalten die Chance, ein Jahr lang zu reifen. Nun kann der Businessplan verfeinert werden. Das Geschäftsmodell wird maßgeschneidert und die Teams begleitet individuelles Coaching.

So kann es den Gründern gelingen, dass eines Tages wirklich solargebackenes Brot in Johannesburg gekauft wird und wirklich eine Mischkultur aus Solaranlagen und Landwirtschaft aufgebaut und angebaut werden kann.