Fastlane – so heißt das Programmformat, bei dem die Start-ups im Climate-KIC Accelerator regelmäßig komprimierten Input zu wichtigen Business Themen erhalten. Ende November waren wir von DWR eco zu Gast in der Green Garage und haben uns mit den jungen Gründern über Grundlagen von PR und Social Media sowie einige Erfolgsbeispiele aus dem Cleantech-Bereich ausgetauscht. Dabei ging es auch um erste Schritte für die strategische Kommunikation für Start-ups, bei denen in der Regel zunächst nur wenig Geld und Ressourcen zur Verfügung stehen.

Damit nicht nur die anwesenden Start-ups von unserem Input profitieren, wollen wir unsere Tipps zu PR und Social Media hier für alle Gründer teilen.

Ziele1. Definiert eure Ziele

Die Ziele strategischer Kommunikation – egal ob Pressearbeit, Website, Social Media, Veranstaltungen, Newsletter oder sonstiges – sollten sich immer direkt von den Unternehmenszielen ableiten. Wollt ihr eine größere Bekanntheit bei potenziellen Investoren oder Kunden erreichen, um Unternehmensentwicklung oder Vertrieb zu unterstützen? Geht es um Kontaktpflege oder Aufbau eines Netzwerks, um strategische Partner zu gewinnen oder eine Community rund um das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung aufzubauen? Oder wollt ihr euch zu bestimmten Themen (als Experte) positionieren, um von relevanten Zielgruppen wahrgenommen zu werden? Die Definition von klaren Zielen ist der erste wichtige Schritt.

Zielgruppen2. Wisst, wer eure Zielgruppen sind

Entsprechend der Ziele solltet ihr auch wissen, wen genau ihr ansprechen wollt. Wer genau sind eure Kunden? Wer eignet sich als Partner oder Investor? Und über welche Medien und Kanäle, bzw. Multiplikatoren und Meinungsführer sind diese zu erreichen? Einiges lässt sich sicherlich aus dem Geschäftsplan ableiten. Anderes kann recherchiert werden. Leider gibt es selten umfassende Übersichten, daher muss man sich ggf. jedes Investor- oder Medienprofil detailliert anschauen.

Botschaft3. Formuliert eine klare Botschaft

Was soll bei euren Zielgruppen ankommen? Welche Information wollt ihr ihnen geben? Was wollt ihr bzgl. Wissen, Einstellung oder Verhalten eurer Zielgruppen erreichen? Bei Botschaften ist es wichtig zu definieren, um was es geht, warum das so ist und welche Nachweise es dafür gibt. Ein prominentes Beispiel: Wir stellen großartige Computer her. Sie sind ästhetisch designt und nutzerfreundlich gestaltet. Wir entwickeln innovative Produkte aus Überzeugung – um den Status Quo herauszufordern – um Dinge anders zu machen. Apple.

Storytelling4. Erzählt eine Geschichte

Um eure Botschaft eingängig an die Zielgruppen zu vermitteln, braucht sie eine spannende Geschichte. Je nach Medium (Website, Video, Presseartikel, etc.) sollte diese natürlich unterschiedlich aufbereitet sein. Sie vermittelt jedoch im Idealfall immer einen Sinn, hat einen Akteur oder eine Gruppe mit einem Konflikt, den es zu lösen gilt, ist emotional aufgeladen und bewegt Menschen dazu, sie weiterzuerzählen. Eines der besten Beispiele dafür ist nach wie vor die Kurzdoku zur Markteinführung des Philips Wake-up Lights.

Maßnahmen5. Wählt passende Maßnahmen aus

Die Auswahl der Maßnahmen sollte immer auf der Fragestellung basieren, ob ihr damit die definierten Ziele und Zielgruppen erreicht. Welcher Weg oder welches Medium eignet sich dafür, eure Botschaft und eure Geschichte in geeigneter Form an eure Zielgruppe zu vermitteln? Welche Medien konsumieren eure potenzielle Kunden, Investoren oder Geschäftspartner überhaupt? Es macht sicherlich immer Eindruck in großen Blättern wie Spiegel oder Handelsblatt Erwähnung zu finden – das ist jedoch als kleines Startup erstmal nur schwer erreichbar und wahrscheinlich lassen sich die relevanten Zielgruppen viel effizienter über andere Kanäle erreichen (Fachmedien, Social Media, Veranstaltungen, etc.). Ihr solltet euch von allen Optionen ein realistisches Bild machen und gemäß Effektivität und Effizienz Prioritäten setzen.

Kreativität6. Seid kreativ

Neben dem klassischen Maßnahmenpaket gibt es eine unendliche Vielzahl an Möglichkeiten, die ihr ebenfalls in Erwägung ziehen solltet. Dabei heißt es, kreativ zu werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem außergewöhnlichen Hinweis auf euer Produkt im Rahmen eines relevanten Events oder einer Studie in Kooperation mit einer Hochschule, mit der ihr euch und euer Thema in den Medien platziert. Ideen können hier endlos weitergesponnen werden. Oft erregt gerade das Außergewöhnliche die Aufmerksamkeit eurer Zielgruppen. Hilfreich ist es dafür, gut zu beobachten und auf aktuelle Themen, Trends oder Veranstaltungen mit aufzuspringen.

Presse7. Macht euch bewusst, wie Journalisten ticken

Bei der Medien- und Pressearbeit sollte euch bewusst sein, dass ihr es bei Journalisten natürlich auch mit Menschen zu tun habt. Der richtige Weg zur Kontaktaufnahme und die Kontaktpflege sind hier entscheidend. Dazu solltet ihr gut vorbereitet sein: Recherchiert, worüber ein Journalist schreibt und welche Themen und Formate das Medium veröffentlicht, für die er tätig ist. Was genau könnt ihr anbieten und warum sollte sich der Journalist dafür interessieren? Auch gutes Bildmaterial spielt eine Rolle.

Social Media8. Kreiert guten Content für Social Media

Social Media spielt eine immer größere Rolle, zumal sie dieses Jahr die Zeitungen als drittwichtigste Newsquelle in Deutschland abgelöst haben. Die Potenzielle Reichweite von Facebook, Youtube, Twitter & Co. ist enorm. Doch auch hier gilt es strategisch ran zu gehen. Findet heraus, über welchen Kanal und mit welchem Content ihr eure Ziele und Zielgruppen am besten erreich könnt. Wichtige Aspekte für guten Content sind: Visualität (Bilder, Grafiken, Videos), griffige Überschriften, Botschaften und Texte, inhaltlicher Mehrwert und Interaktion.

Evaluation9. Evaluiert und verbessert euch

Eine regelmäßige Erfolgskontrolle eurer PR-Maßnahmen sollte Standard sein, denn nur so findet ihr heraus, ob ihr tatsächlich auf dem richtigen Weg seid und effektiv auf Unternehmensentwicklung und/oder Vertrieb einzahlt. Insbesondere online lassen sich Kennzahlen leicht erfassen. Neben Reichweite & Community-Wachstum sind vor allem Interaktion und inhaltliches Feedback wichtige Indikatoren. Aber auch offline lassen sich Kennzahlen erfassen. Im Zweifelsfall, fragt einfach bei euren Zielgruppen nach.

Wir hoffen, unsere Tipps helfen euch als Gründer oder Start-ups auf den ersten Metern weiter. Wenn die Kommunikationsherausforderungen umfangreicher und größer werden, macht es durchaus Sinn, sich professionelle Hilfe zu holen. Hier solltet ihr darauf achten, dass ein Freelancer oder eine Agentur auch zu euch passt und bestenfalls das richtige Netzwerk und auch eine thematische Expertise mitbringt.

Wir wünschen euch viel Erfolg!